Talk im Kaiser - Podiumsdiskussion der Stadtratskandidat*innen

Am vergangenen Montag diskutierte unsere Spitzenkandidatin Eva Borke-Thoma zusammen mit den anderen Stadtratskandidat*innen der anderen Parteien über Themen, welche die Stadt Neumarkt in den nächsten sechs Jahren bewegen werden oder könnten.

Jede/r hatte 2 Minuten Redezeit, die akribisch mit Hilfe eines Gongs von seiten der Redaktion eingehalten wurden :) Themenblöcke waren Wohnen, Mobilität und Innenentwicklung.

Wohnen

Neumarkt ist eine wachsende Stadt, dadurch entsteht auch mehr Nachfrage nach bezahlbaren Wohnraum. Derzeit gibt es allerdings zu wenig bezahlbaren Wohnraum. In der bayerischen Verfassung steht geschrieben: "Jeder Bewohner Bayerns hat das Recht auf eine angemessene Wohnung. Die Förderung des Baus billiger Volkswohnungen ist Aufgabe des Staates und der Gemeinden." (Art. 106)

Die Stadt hat in den letzten Jahren natürlich in diesem Bereich etwas unternommen, allerdings zu wenig. Wir brauchen mehr Wohnungen zu einem vernünftigen Preis. Die Nachfrage ist sicherlich gegeben!

Daher fordern wir als Grüne:

  • einen Anteil an mietpreisgebundenen Wohnungen vorgeben
  • Selbst als Stadt in den Sozialen Wohnungsbau investieren
  • die kommunale Wohnungsbaugesellschaft stärken
  • Flächenfraß vermeiden: in die Höhe bauen, Fassadenbegrünungen
  • barrierefreies, ökologisches und energetisches Bauen

Zu guter Letzt, finden wir es sinnvoll, dass die Stadt schaut keine Flächen leichtfertig zu verkaufen, sondern darauf achtet Reserveflächen aufzubauen. Wenn Flächen vergeben werden dann im Erbbaurecht

 

Mobilität

Unser Motto ist "Gleichberechtigte Mobilität für alle". Darunter verstehen wir, dass die Mobilität ganzheitlich in Neumarkt betrachtet werden muss und nicht aus der Monopolstellung des Autos. In Zeiten des Klimawandels müssen wir alternativen schaffen, Alternativen die für Bürgerinnen und Bürger attraktiv und alltagstauglich sind. Der Wille sich umweltbewusst zu verhalten ist in der Bevölkerung da, nun muss die Politik die nötige Weichen dafür stellen. Das bedeutet konkret:

  • Mehr Platz für Radverkehr: Wenn man mit dem Rad schneller am Ziel ist, als mit dem Auto, dann hat man vieles richtig gemacht
  • Mehr Platz für den ÖPNV: der Stadtbus muss attraktiver und alltagstauglicher fahren. D.h. eine besssere Taktung, mehr Umstiegsmöglichkeiten an Knotenpunkten, Einbinden von Schulen und Kitas um Elterntaxis zu vermeiden
  • Mehr Respekt vor dem Fußverkehr: Schattenspendende Bäume, Bänke zu hinsetzen, fußgängerfreundliche Ampelschaltung
  • ein Parkraummanagement, dass den Pendlerverkehr aus der Stadt raus hält "Es muss für Pendler*innen unattraktiv sein, in die Stadt zu fahren."

Innenstadt

Jeder der an eine Stadt denkt, denkt zuerst an deren Innenstadt. Die Innenstadt ist daher die "Seele der Stadt". Nicht umsonst wird die als "das Zentrum" betitelt.

Sie ist Begegnungsort, ein Ort zum Verweilen, zum flanieren und zu bummeln. Schlicht ein Ort zum Wohlfühlen. Wir finden, dass die Innenstadt derzeit aber den Fokus zu sehr auf die Zweckmäßigkeit, nämlich dem Einkaufen legt.

Daher ist unser langfristiges Ziel eine autofreie Innenstadt, das Schritt für Schritt erreicht werden soll. 

Damit gewinnt sie an mehr Lebensqualität und hat ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Discountern, Neuen Markt, aber auch dem Online-Handel. Die ersten Schritte könnten Ticketvergünstigungen beim parken im Parkhaus, oder ein Gutschein für eine Busfahrt sein.

Durch mehr Aufenthaltsqualität gewinnt die Innenstadt auch wieder neues Publikum, dass der Innenstadt im Moment fern bleibt. Was wiederum dem Einzelhandel und dem Image der Stadt zugute kommt.



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